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Durchführung eines auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungstrainings bei Autistennach Grundprinzipien von Dr. A. TomatisBiomedizinische Behandlungen bei Autismus setzen sich immer mehr als Basistherapie durch. Dank des Internets haben viele Eltern von Kindern mit Autismus die Möglichkeit, sich über neue Behandlungen zu informieren und Erfahrungen auszutauschen. Auch ich habe in den letzten Jahren viel dazu gelernt, neue Erfahrungen gesammelt und neue Untersuchungsmethoden und Therapien entwickelt. Wissen, Erfahrung und Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten, die ich Ihnen weiterhin zur Verfügung stellen und anbieten möchte. Jede Therapie, auch die „Bio“-Medizin hat ihre Grenzen. Ich erlebe täglich, dass es vielen meiner Patienten nach Einleitung einer Behandlung (Diät, Einnahme von Orthomolekularpräparaten, Mikrobiologischer Therapie etc.) viel oder mäßig besser geht. Es ist mir aber bewusst, dass die Arbeit hiermit noch nicht getan ist. Vor Jahren habe ich in „ Ein offener Brief an Eltern von Kindern mit Autismus“ (erschienen 2003) geschrieben: „Autismus ist eine multifaktorielle Erkrankung und bedarf einer mehrseitigen Behandlung …. Eine Autismustherapie basiert auf drei Säulen: Biomedizin, Sensorische Integration und Verhaltenstherapie. Man muss erfolgreiche Konzepte individuell modifizieren.“ Als ergänzende Verhaltenstherapie empfehle ich „ABA“ (Applied Behavior Analysis with Verbal Behavior). Als zweite Säule der Therapie, möchte ich Ihnen die sensorische Integration näher bringen, Sie darüber informieren und sie Ihnen als TOMATIS-Therapie in meiner Praxis anbieten. Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, assoziiert mit Kommunikationsstörungen basierend auf Sinneswahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen. Eine Reizverarbeitung im Sinne von „Filtern“ unwichtiger Sinnesreize sowi die selektive Wahrnehmung sind mehr oder weniger negativ beeinträchtigt. Im Ruhezustand werden aus der Umwelt etwa 1 Mrd. bit pro Sekunde über Sinnesorgane aufgenommen. Die Verarbeitungskapazität beträgt durchschnittlich aber nur 100 bit pro Sekunde! Heute weiß man, dass das Gehirn zum großen Teil eine hemmende Funktion ausübt, um irrelevante, unwichtige Sinnesreize abzufiltern und durch Nebenkanäle in den Hindergrund zu verlagern. Wenn diese Funktion gestört ist, dann herrscht "Chaos im Kopf". Viele von uns haben ihre Kinder zum Ausschluss einer Schwerhörigkeit zum HNO-Arzt gebracht. Die Ohren wurden untersucht. Vielleicht wurde noch ein Audiogramm geschrieben, ob die akustischen Reize auch im Gehirn ankommen. Nichts gefunden und weitergemacht...! Wenige haben sich aber Gedanken gemacht, ob die Reize auch richtig verarbeitet, bzw. richtig wahrgenommen werden. Prof. Dr. Tomatis, französischer HNO-Arzt (1920-2001), hat den Einfluss der Hörwahrnehmung auf die Entwicklung, Sprechen lernen, Sprache, Kommunikation, Lesen, Schreiben, Motorik etc. beobachtet und die Zusammenhänge wissenschaftlich zu erklären versucht. "Es ist eine Tatsache, dass „ein gesundes Ohr eine notwendige, aber keine ausreichende Bedingung dafür ist, dass wir richtig hören können.....die Nervenimpulse müssen im Gehirn auch weiterverarbeitet werden." In der Tomatis-Therapie wird bei Kindern mit Entwicklungs- Lern- und Verhaltensstörungen schwerpunktmäßig, vor allem in der ersten Therapiephase (passive Phase), neben Musik häufig mit der Mutterstimme gearbeitet. Das „Hören lernen“, das Horchen im Mutterleib wird wiederholt. Wir wissen, dass die Gehirnzellen schon relativ früh in der Schwangerschaft angelegt und anatomisch fertig gestellt werden. Die Entwicklung der funktionierenden Nervensynapsen, den Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, finden durch adäquate Sinnesreize statt. Das Gehör als Sinnesorgan ist in der 20. Schwangerschaftswoche vollständig ausgebildet und das selektive Hören (Horchen) der Mutterstimme soll nach Tomatis eine entscheidende Rolle für das Gehirn, vor allem in Arealen, die für Kommunikation, Sprache, Bindung und soziales Verhalten zuständig sind, spielen. Durch eine „Horchtherapie“ hier „Tomatis“ genannt, versucht man, diese Entwicklung nachzuholen und Fehlentwicklungen zu korrigieren. In der zweiten Phase (aktive Phase) werden Feinheiten korrigiert wie bspw. Lesen, Aussprache, Singen usw. Therapieablauf:Ideal wären zu Beginn der Behandlung 10-12 Tage, täglich 3 x 90 min. Therapie mit jeweils 90-minütigen Pausen zwischen den Sitzungen. Nach 5-10 Wochen, empfiehlt sich eine Wiederholung der Behandlung von 4-5 Tagen. Eine Fortsetzung ist nach den Erfordernissen eines jeden Patienten und dem Therapieerfolg individuell variabel. Für den Fall, dass diese Behandlung Ihr Interesse geweckt hat oder Sie noch weitere Informationen benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. |